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4 x Düsseldorf: Helmut Dorner, Inge Mahn, Natalie Czech, Esther Kläs I Opening: 16.11., 6-9 pm
Düsseldorf, 17.11.2018 - 20.12.2018
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Pressemitteilung
Die Kunstakademie Düsseldorf, gegründet im Jahr 1773, gehört international zu den renommiertesten Kunsthochschulen und hat bereits im 19. Jahrhundert mit der „Düsseldorfer Malerschule“ kunsthistorische Maßstäbe gesetzt. Die Ausstellung 4 x Düsseldorf setzt die vier Künstler Helmut Dorner, Inge Mahn, Natalie Czech und
Esther Kläs aus vier unterschiedlichen
Generationen unseres Galerieprogramms
in Dialog miteinander. Alle haben zu unterschiedlichen Zeiten an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert und mittlerweile
internationale Maßstäbe gesetzt.

Helmut Dorner ist 1952 geboren und studierte in den 1970er Jahren bei Gerhard Richter an der Kunstakademie in Düsseldorf. Seit 1989 hat er die Professur für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe inne. 1997 stellte er auf der documenta X in Kassel aus. Seine Werke sind Teil renommierter Museumssammlungen wie dem Centre Pompidou Paris, Museum für Neue Kunst, ZKM Karlsruhe, Museum Winterthur, Switzerland, Arco Fundacion, Madrid, Museum Reina Sofia, Madrid oder der Staatsgalerie Stuttgart. Licht und Raum bilden in Helmut Dorners „Öls“ und „Lacks“ eine, den „Bildkörper“ gestaltende Dynamik. Treffend für Helmut Dorners Malerei sind Louis I. Kahns Worte: Licht ist der Ursprung von allem Bestehenden, und Material ist „gesehenes“ Licht. Alles durch Licht Gemachte, wirft einen Schatten und Schatten gehört zu Licht. Dort ist eine Schwelle: Licht wird Stille, Stille wird Licht – das
ist eine Atmosphäre in welcher der Wunsch „zu
sein“ verhaftet ist, und alles Mögliche zum Ausdruck kommen kann. In diesem Sinn sind Körperhaftigkeit sowie die physisch-haptische Präsenz von Farbe ein konkreter Gegenstand in Dorners Malerei. Während die pastose Oberfläche seiner Ölgemälde das ins Bild einfallende Licht in sich bricht und einschließt, steht bei seinen Lackbildern die Silhouette der Farbsubstanz im Vordergrund. Durch die transluzente Beschaffenheit des
Bildträgers – eine aus Plexiglas gebaute, flache Box – zeichnet sich die von Dorner präzise aufgetropfte Lackmalerei als Schattenriss auf der hinter dem Bildkörper gelegenen Wand ab und erscheint so in mehrdimensionaler Ansicht. Farbe wird hier nicht nur als Material, sondern vor allem als Materie begriffen, welche durch einen vom Künstler intendierten Bewegungsprozess den
Charakter eines Objekts erhält.

Inge Mahn, geboren 1943 studierte in den 1960er Jahren an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys. Bereits 1972 wurde Inge Mahn zur documenta 5 fuür die Sektion „Individuelle Mythologien“ von Harald Szeemann eingeladen.
Es folgten internationale Einzelausstellungen wie im Tranegarden Kopenhagen (1976), im Kunstmuseum Düsseldorf (1980), im PS 1 New York (1981), im Lenbachhaus Muünchen (1983). Ihre Arbeiten sind in Museumssammlungen wie dem Hamburger Bahnhof, KIASMA Helsinki oder dem Hirshorn Museum Washington vertreten. Inge Mahns skulpturales Werk entwickelt sich seit den 1970er Jahren aus bildhaften Projektionen der alltäglichen Dingwelt. Ihre Plastiken gründen auf der Thematisierung grundlegender zwischenmenschlicher Handlungen in deren sozialem Kontext. Die Materialität von weißem Gips und die veränderten Größenverhältnissen entheben die Motive aus der Alltäglichkeit, führen zu ihrer Verfremdung und setzen Gedankenprozesse in Gang. Das Komische und das Tragische als die permanente bedrohliche Fallhöhe im Leben des Menschen liegen in Inge Mahns Werk eng beieinander. Die Künstlerin betrachtet ihre Skulpturen als „Haltepunkte“ im Zwischenbereich. Widerspruch ist hier nicht störend, sondern ist Ergänzung. In Inge Mahns eigenen Worten wird dieser Spannungszustand so formuliert: „Ich ordne, um zu begreifen, oder besser: Ich versuche die Ordnung, die hinter den Dingen steht, zu erfassen. Ich will die Zusammenhänge wissen, will hier Ordnungen erfahren, die ich vermute: Ordnungen die unseren Übereinkünften
widersprechen oder sie außer Kraft setzen und die trotzdem miteinander funktionieren.“

Natalie Czech, geboren 1976 studierte in den 2000er Jahren an der Kunstakademie Düsseldorf bei Thomas Ruff. Ihr Werk ist durch internationale Ausstellungen bekannt, wie im Museum of Modern Art New York, Palais de Tokyo Paris oder der Kunsthalle Hamburg und sind in Sammlungen vertreten wie der Pinakothek der Moderne München, Fotomuseum Winterthur, Museum of Modern Art New York oder der Bundeskunstsammlung. Ihre konzeptuelle Fotografie verbindet bestehende Bilder und Texte zu einem neuen Dialog. Mit feinsinnigen Adaptionen von Aspekten der Pop- und Konzeptkunst spielt sie augenzwinkernd mit der „Macht der Bilder“ und „Bedeutung zwischen den Textzeilen“. Die 2013 begonnene Serie Poems by Repetition gehört zu Natalie Czechs bekanntesten Werkkomplexen und basiert auf Gedichten des 21. und 20. Jahrhunderts die vom stilistischen Prinzip der Wiederholung charakterisiert sind. Auf Verpackungen und Produktspezifikation elektronischer Warengüter, Schallplattenhüllen oder Werbeartikeln „findet“ Natalie Czech Gedichte von Vsevolod Nekrasov, Charles Bernstein oder Tom Raworth und macht diese durch Markierungen „lesbar“. Die von Natalie Czech verwendeten Mittel der fotografischen Reproduktion ähneln den rhetorischen Wiederholungen der Dichter beim Schreiben. Die je nach Gedicht spezifische Eigenart einer Wiederholung übersetzt Czech in die Anzahl der einzelnen Fotografien einer Arbeit. Mal fotografiert sie die Ausgangsbilder mehrmals ab, mit verändertem Ausschnitt, Belichtungszeit oder Formatgröße. Die durch Markierung sichtbar gemachten Gedichte nehmen dabei nicht nur Bezug auf den umliegenden Originaltext und das Produkt selbst, sondern treten auch in einen spielerisch assoziativen Dialog zu den ursprünglichen dargestellten Symbolen, Icons und Slogans und deren vermeintlicher Bedeutung.

Esther Kläs, geboren 1981 studierte Ende der 2000er Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf bei Georg Herold Bildhauerei. Ihre Arbeiten sind international bekannt durch Ausstellungen im PS1 Museum of Modern Art New York, Museum Weserburg Bremen, Palais de Tokyo oder der Kunsthalle Bielefeld. Ihre Werke sind in Sammlungen wie dem Kolomba Museum Köln oder der Bundeskunstsammlung vertreten. Esther Kläs Skulpturen folgen einer autonom definierten visuellen Logik, die ihr Werk in Bezug zu Episoden der Kunstgeschichte wie Minimalismus und Abstraktion setzt und gleichzeitig authentisch im Hier und Jetzt aktueller Gegenwartskunst positioniert. Ihre Arbeiten erzeugen einen kontinuierlichen Dialog zwischen Körper und Umgebung, der bereits bei ihrer prozessorientierten Arbeitsweise mit plastischen Materialien wie Beton, Ton, Gips oder Kunststoffharz beginnt. Obwohl als Skulptur statisch, wirkt die Erscheinung von Esther Kläs’ Skulpturen zwischen Objekt, Figur und Raum permanent in Bewegung. Ihre Skulpturen verweisen trotz oder gerade wegen ihrer Abstraktion auf die eigene Präsenz, die mit dem Körper des Betrachters in eine performative Beziehung tritt. Dabei verweigern Esther Kläs’ Arbeiten jede Form von Metapher oder Erzählung zu Gunsten einer direkten Erfahrung.














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